UKE matcht um MINT-affinen Nachwuchs - Immunologie und Neurowissenschaften stellen sich Schülerfragen

Hamburg, 10. November 2021 – Es geht nicht um die große Liebe, es geht um die großen Fragen zu Schmerzverarbeitung und Schwangerschaft, Nerven und Nieren: Am siebten Hamburger Match Day treffen renommierte UKE-Wissenschaftler auf den interessierten Medizin-Nachwuchs, präsentieren ihre Forschung in einem halbstündigen Vortrag und tauschen sich mit den Jugendlichen aus. Die Streaming-Konferenz zu Immunologie und Neurowissenschaften wird live in die MINT-Profilräume übertragen.

Ein Impfstoff, der in weniger als einem Jahr scheinbar aus dem Nichts entstehen konnte, hat es deutlich gemacht: Die moderne Medizin braucht die Grundlagenforschung und damit Menschen mit einem Hang zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (kurz MINT). Das ist die Botschaft, mit der Professor Andreas Guse, Prodekan für Lehre an der Medizinischen Fakultät, den siebten Hamburger Match Day eröffnet. „Die medizinische Forschung hat einen großen Bedarf an naturwissenschaftlich versierten und interessierten Menschen. Der sehr gute Abi-Schnitt reicht als Kriterium nicht aus“, betont Guse, der über ein Lehramtsstudium Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Zellbiologie am UKE wurde. Ein Beleg für die Offenheit der medizinischen Forschung, die keinesfalls nur auf Mediziner beschränkt ist. 

So arbeitet Moderator Lukas Can Bal bei seiner neuroimmunologischen Erforschung der Multiplen Sklerose etwa auch mit Biologen zusammen. Für den 25-Jährigen geht es dabei um mehr als den Doktortitel, es geht um Wissenschaft: „Wenn ich im Labor bin, vergesse ich die Zeit, das ist dann kein Job mehr, das ist mein Hobby.“ Eine Begeisterung, die Can gern weitertragen möchte und mit der er das Programm für den Match Day konzipiert hat: „Ich habe überlegt, wen ich kenne und spannend fände“, sagt der angehende Mediziner und konnte einen der besten Neurowissenschaftler, Professor Thomas Oertner und einen Leibniz-Preisträger, Professor Christian Büchel gewinnen. Für den zweiten der Teil der Veranstaltung, die Immunologie, sind der mit dem Dr.-Martini-Preis ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftler Nicola Thoma und die Leiterin der Pränatalmedizin, Professorin Petra Arck  dabei. „Es ist ein großes Wunder, dass der Körper ein anderes Wesen in sich heranwachsen lässt“, meint Lukas Can Bal.

Die Match Days sind eine Folge der Pandemie. Und die Initiative NAT die Initiatorin: Seit fast 15 Jahren bringt sie MINT-interessierte Schüler und insbesondere Schülerinnen, mit Forschungseinrichtungen in Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Als Corona-bedingt alle Präsenztermine abgesagt wurden, wurde die Streaming-Konferenz eine Alternative, die blieb. „Hoher Ertrag, geringer Aufwand“, lobten Lehrer wie Schüler. „Wir haben ein tolles Feedback bekommen“, sagt Can, der schon vor einem Jahr den vierten Match Day zu Covid-19 moderierte. „Wenn wir es schaffen, Interesse für die Medizinische Forschung zu wecken und die Angst vor der Wissenschaft insgesamt zu nehmen, das wäre der Jackpot für mich“, sagt der 25-Jährige. Als er selbst noch zur Schule ging, schien die Wissenschaft noch ein unerreichbares, fernes Terrain, das er sich nicht zutraute. Jetzt ist sie so etwas wie eine große Liebe. Gelegentlich geht es beim Match Day eben doch nicht ohne sie.

Anmeldung für MINT-Profile und interessierte Oberstufenschüler:innen unter https://www.mintmatch.de/match-days-2021/

Über das Universitätskrankenhaus Eppendorf
In einer der modernsten Kliniken Europas arbeiten Spezialist:innen verschiedenster Fachrichtungen unter einem Dach zusammen. Neueste Medizintechnik, eine innovative Informationstechnologie und eine am Versorgungsprozess orientierte Architektur unterstützen Ärzt:innen, Krankenpflegekräfte und Therapeut:innen. Damit sind ideale Bedingungen für eine enge Vernetzung von Spitzenmedizin, Forschung und Lehre geschaffen. Rund 14.100 Mitarbeitende setzen sich rund um die Uhr für die Gesundheit zum Wohle der Patient:innen ein.

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