Welten verbinden: mint:pink testet „Digital Mall“ und programmiert in der ECE

05.06.2019

„Style, Gleichheitszeichen, Anführungsstriche oben…“ – Sandra diktiert, Linea tippt. So geht Freundschaft und um die soll sich auch die erste eigene Homepage drehen. Dazu haben die Schülerinnen des Coppernicus-Gymnasiums ein paar Informationen über sich zusammengestellt sowie Überschriften, Absätze und Verlinkungen im HTML-Format festgelegt. Jetzt wollen sie noch ein Hintergrundfoto einbinden. Wie man dabei mit englischen Begriffen, genauen Befehlen und kopierten URLs arbeitet, hat Workshopleiterin Caroline Zimmermann kurz zuvor erläutert. Aber das funktioniert bei den beiden Achtklässlerinnen noch nicht. „Oha, da fehlt noch was“, folgert Linea. „Ich sag doch, das Zwinkerdingens“, so Sandra. Ihre Freundin muss gar nicht weiter nachfragen, ergänzt ein Semikolon und schon erscheint das Bild von zwei tanzenden Mädchen bei Sonnenuntergang – „best friends“ haben eben ihren eigenen Code!

Digital in der ECE: Informatik ist überall

Das Thema ist für die Mehrheit der 13 mint:pink Teilnehmerinnen aus Norderstedt neu. Nur zwei von ihnen haben sich für den Informatik-Wahlpflichtkurs ihrer Schule angemeldet und kennen sich schon mit HTML, CSS und Webseiten-Bausteinen aus. Allerseits bekannt ist dagegen der Ort des Geschehens: In der Europazentrale des Immobilien-Entwicklers ECE startete vor gut drei Monaten das Mutmachprogramm mint:pink ins sechste Jahr. Da trafen die Mädchen auf Yvonne Paßgang, Leiterin der Unternehmenskommunikation. „Wir haben gerade eine eigene Digitaleinheit geschaffen, bei der es vor allem um die Digitalisierung der Shoppingcenter und die Analyse der damit zusammenhängenden Daten geht, und technikaffine Menschen benötigen wir auf jeden Fall“, so die Wirtschaftsingenieurin in ihrer Begrüßung.

Welten verbinden

David gegen Goliath: Standortvorteile nutzen

Genau diese Einheit lernen die Mädchen nun bei ihrem zweiten ECE-Besuch aus erster Hand kennen: Wirtschaftsinformatikerin Anna Malecki stellt die Idee einer „Digital Mall“, eines digitalen Schaufensters vor, das sie und ihre Kollegen gerade programmieren. „Jeder zweite Deutsche ist 30 Minuten von einem Shopping-Center entfernt“, betont Malecki. „Das ist ein Riesenvorteil, den wir in Zukunft nutzen wollen.“ Wenn nämlich das Einkaufszentrum auch als Produktlager verstanden wird, können auf einer zentralen Plattform gesuchte Waren gefunden, reserviert und bestellt werden. „Dann kann das Produkt im Idealfall innerhalb von ein, zwei Stunden geliefert werden.“ Die Herausforderung dabei: Viele Unternehmen haben schon ihr eigenes Warenwirtschaftssystem und jedes funktioniert anders. „Wir wollen alle Informationen über eine Schnittstelle verfügbar machen und gleichermaßen darstellen.“  

Back-End nahebringen, Selbstvertrauen stärken

Was über die Ansicht nach außen dringt, sei die Kür, so Malecki: „Es spielt sich viel mehr dahinter ab.“ Für den Workshop heißt das: Erst mal die Informationen zusammentragen, bevor das Gesamtbild schön gestaltet wird, resümiert Caroline Zimmermann und testet zusammen mit den Mädchen die „Digital Mall“ für einen Bikinieinkauf. Durchaus überzeugend: Die Mädchen können sich gut vorstellen, die Mall zukünftig zu nutzen und fühlen sich inspiriert. Charlotta und Lia wollen Kreuzfahrten über ihre Webseite verkaufen, Lina und Anni werben für ein Hockeyturnier und Alina will mehr lernen. Der 14-Jährigen hat der Workshop die Scheu vor der Programmierung genommen: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das hinkriege, aber es wurde super gut erklärt, alles hat einen Sinn ergeben und wir haben viel mehr gelernt, als ich erwartet hatte“, lobt sie. Die mit ihrer Freundin Stine gestaltete Webseite ist da schon in den Papierkorb verschoben: „Ich habe das abfotografiert, das übt doch viel besser, wenn man es noch einmal neu macht.“

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