Vom MINT-Profil zum MINT-Studiengang

23.04.2012

Profiloberstufe mit ersten Erfolgen im MINT-Bereich: Zwei von drei Physik- und/oder Chemie-Profilschülern wählen einen natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengang.

Natur- oder ingenieurwissenschaftliche Studiengänge liegen hoch im Kurs. Jedenfalls bei den Hamburger Schulabgängern, die in der Oberstufe ein Physik- oder Chemie-Profil angewählt haben: 80 Prozent wollen nach dem Abitur studieren, davon über 65 Prozent Natur- oder Ingenieurwissenschaften. Die Hälfte betont, das Profil habe diese Studienfachwahl maßgeblich beeinflusst. Und eine Dreiviertelmehrheit (75 %) fühlt sich durch den Profilunterricht gut auf das Studium vorbereitet.

Das sind Ergebnisse einer NaT-Umfrage unter Oberstufenschülern aus den 30 Hamburger NaT-Profilen. Rund ein Viertel der betreffenden Schüler hat sich beteiligt. Mehrheitlich handelt es sich bei den NaT-Profilen um Oberstufenangebote mit Physik oder Chemie als profilgebendem Fach. Um dem Ziel der Profiloberstufe nach „Lernen an außerschulischen Orten“ zu entsprechen und  für echten Praxisbezug, Relevanz und vor allem Begeisterung für naturwissenschaftliche Fragestellungen zu sorgen, initiiert und entwickelt die Initiative NaT mit den beteiligten Profilschulen Kooperationen mit Unternehmen oder Hochschulen. 

Natur- und Ingenieurwissenschaften bieten spannende Aufgaben

Mit Erfolg, wie die Beurteilungen der Oberstufenschüler deutlich machen: 75 Prozent der Oberstufenschüler bewerten die Kooperationen mit Unternehmen als sehr gut oder gut. Wichtig ist ihnen hierbei, Berufsanforderungen (85%), den Arbeitsalltag (79%) sowie unterschiedliche Berufsbilder (79%) kennengelernt zu haben. Die größte Zustimmung (93%) fand die Aussage „natur- oder ingenieurwissenschaftliche Berufe bieten hervorragende Berufschancen“. Das belegt: Die sozio-ökonomische Bedeutung des MINT-Bereichs (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ist in den Köpfen der jungen Leute angekommen. Überraschend mag die zweithäufigste Antwort sein: Der Aussage „natur- oder ingenieurwissenschaftliche Berufe bieten spannende Aufgaben“ stimmten 86 Prozent der Befragten zu. Das ist im Vergleich zu dem Image, das die Naturwissenschaften bei vielen Schülern genießen, ein herausragender Wert.

Engagement zeigt Wirkung

Das Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass sich konkretes Engagement lohnt: Die fünf Hamburger Hochschulen bieten im Rahmen des Programms „Mehr MINT-Absolventen“ (1) Unterrichtsmodule an, die seit 2010 verstärkt in den Profilen eingesetzt werden.  Bereits 65 Prozent der Befragten bewerten die Hochschulkooperationen mit sehr gut oder gut, 20% haben dazu noch keine Angaben machen können, da solche Angebote während ihrer Profiloberstufenzeit nicht  bestanden. In der Schülerumfrage von 2009 haben zweidrittel  zu dieser Frage keine Angaben machen können.

Durchschnittsnote 2,2 für NaT-Profile

Insgesamt können die NaT-Profile mit ihrem Zeugnis sehr zufrieden sein: 70 Prozent der Teilnehmer vergeben die Note sehr gut oder gut. Damit geben die Schüler ihren Lehrern die Durchschnittsnote 2,2. Das Profil habe das selbständige Arbeiten gefördert, sagen 86 Prozent der Befragten, es habe Spaß gemacht (82%) und einen engen Praxisbezug (66 %) gehabt. 

Erste Erfolge weiter ausbauen

„Wir sind auf einem guten Weg“, bewertet NaT-Geschäftsführerin Sabine Fernau die Resultate. Die Initiative war  im September 2007 an den Start gegangen, als mit den ersten Planungen zur Profiloberstufe die naturwissenschaftliche Bildung in Hamburg weiter an den Rand gedrängt zu werden drohte. Durch die Vermittlung von Partnerschaften aus der Praxis sollte die Attraktivität der als schwer und trocken geltenden naturwissenschaftlichen Fächer erhöht werden. Das gemeinsame Engagement von Schule, Unternehmen und Hochschulen habe sich schon gelohnt, betont Sabine Fernau. „Aber jetzt gilt es, den gerade messbaren Aufbruch in den MINT-Fächern weiter auszubauen und den dazu nötigen Freiraum in der Oberstufe nicht zu beschneiden. Hamburg ist auf gut ausgebildeten Nachwuchs im MINT-Bereich angewiesen.“

Über die Initiative NaT:

Gemeinsam mit Unternehmen und Hochschulen engagiert sich die Initiative NaT für den naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs und unterstützt Schulen darin, den Unterricht künftig praxisbezogener zu gestalten. Die Zielsetzung: Jugendliche sollen ganz praktisch begreifen, wozu die Fächer  Physik, Informatik, Chemie und Mathematik eigentlich nützlich sind.
Weitere Infos unter www.initiative-nat.de

Kontakt:

Sabine Fernau
Telefon: 040-609 50 212
Telefax: 040-609 50 213
Mobil: 0173-855 31 06
sabine.fernau@initiative-nat.de 

Abiturienten 2012 – Wo geht die Reise hin?
Ergebnisse einer Umfrage der Initiative NaT im Frühjahr 2012

•    75 Prozent der Abiturienten in NaT-Profilen bewerten Kooperationen mit Unternehmen als sehr gut oder gut. 65 Prozent bewerten Kooperationen mit Hochschulen als sehr gut oder gut.

•    80 Prozent der Profilschüler wollen nach dem Abitur studieren, davon 65 Prozent ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Fach, bezogen auf die männlichen Abiturienten sind es 70 Prozent.  Insgesamt liegt der Anteil der Schüler in NaT-Profilen, die ein naturwissenschaftliches Studium aufnehmen wollen, bei 60 Prozent.

•    75 Prozent der studierwilligen Schüler fühlen sich durch den Profilunterricht gut auf ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium vorbereitet. Bei der Hälfte war das Profil mitentscheidend für die Wahl eines natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Studienfachs.

•    Eine überwiegende Mehrheit der Schüler ist mit dem gewählten naturwissenschaftlichen Profil sehr zufrieden: Knapp 70 Prozent geben ihm die Note sehr gut oder gut.

•    93 Prozent  der Schüler sind der Meinung, dass natur- oder ingenieurwissenschaftliche Berufe hervorragende Berufschancen bieten. 75 Prozent meinen, dass diese ein hohes gesellschaftliches Ansehen genießen.

•    39 Prozent der jungen Männer sind der Meinung, naturwissenschaftlich-technische Berufe seien eher für Männer geeignet, nur 11 Prozent  der jungen Frauen sind dieser Meinung.

Fazit:

Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Das Engagement von Unternehmen und Hamburger Hochschulen in Form von curricular verankerten Schulkooperationen trägt in überzeugender Weise  dazu bei, Schülerinnen und Schüler für ein MINT-Studium zu gewinnen. Vor allem der seit 2010 nochmals verstärkte Einsatz der Hochschulen schlägt sich in dieser Befragung eindeutig nieder. Dass den Schülern die Angebote der außerschulischen Partner sehr wichtig sind, zeigt sich in der sehr hohen Zustimmung zu den Fragen nach der inhaltlichen Bedeutung in Hinblick auf Studium und Beruf.

(1) Programm „Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wirtschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung.

(2) Ergebnisse einer Umfrage der Initiative NaT im Frühjahr 2012 in den NaT-Profilen. 140 Schüler aus 20 Oberstufen des diesjährigen Abiturjahrgangs haben an der Befragung teilgenommen. Das entspricht etwa einem Viertel der Schülerschaft der NaT-Profile eines Jahrgangs in Hamburg. Die Gesamtergebnisse werden im Mai 2012 veröffentlicht.

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