Tanz mit der Technik gegen die Uhr

14.04.2014

So viele Screenshots auf dem Smartphone wie Fragen im Gepäck: Anna Lena und Paul sind gut vorbereitet, als sie in frischer Frühe in den Bus vor ihrer Schule steigen. Vom Gymnasium Buckhorn bis zur Hannover Messe sind es durch Stadtverkehr und Autobahnstaus drei Stunden, da ist vor Ort Konzentration gefragt: „Wir sollen Seminarvorträge zu den erneuerbaren Energien halten“, erklärt Anna Lena die Zielvorgabe aus dem Physikprofil. „Bei uns geht es um Photovoltaik und Solarenergie und ich möchte die Wirtschaftlichkeit der Anlagen erkunden.“ 

Fahrzeuge unter Strom

Aber in welche der riesigen Ausstellungshallen soll es zuerst gehen? Paul tippt auf sein Smartphone: „Photovoltaik-Institut Berlin, Halle 27“, steht da. Tatsächlich führt ein Guide in Leuchtweste die Buckhorn-Gymnasiasten zuerst in die größte und modernste aller Ausstellungshallen. Allerdings nicht zur Photovoltaik, sondern zur Elektromobilität: Die Schüler bewundern ein Elektroauto von BMW, ein nagelneues Brennstoffzellenmodell von Honda, lassen sich Pläne für den Ausbau von Wasserstofftankstellen, ihre Eichung sowie die Qualitätssicherung des Wasserstoffs erklären. „Ihr stellt so viele interessierte Fragen“, freut sich der Guide.   

Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr

Profil mit prima Klima

Er heißt auch Paul, ist aber bereits Lehramtsstudent und auf der Messe für das Schülerprogramm „Tec2You“ engagiert. Es will Schülern einen konkreten Einblick in die wichtigsten HighTech-Branchen ermöglichen. Für das „Klimaprofil“ vom Gymnasium Buckhorn konsequenterweise zu den Schwerpunkten Energie und Umwelttechnik. Als nächste Station hat Paul daher für die Gruppe einen Termin am Stand der Bundesregierung vereinbart. Während er aber noch über den Ablauf verhandelt, haben sich die Schüler längst selbstständig gemacht und löchern einen Mitarbeiter zu einer ausgestellten hochenergetischen Lithium-Ionen-Batterie für ein Hybridfahrzeug. 

Bandbreite der Naturwissenschaften

„Werden die Batterien schon voll automatisch produziert“, will Mattis wissen. „Noch nicht, da ist noch sehr viel Forschungsarbeit am Laufen“, sagt der Experte. Gute Chancen für die Klimaschüler, die neben Physik, Informatik und Biologie im Profil häufig noch Chemie hinzu gewählt haben und daher auch mit den Experimenten zur Lithium-Ionen-Batterie der Pädagogischen Hochschule Freiburg etwas anfangen können. „Das Thema behandeln wir gerade, das finde ich spannend“, sagt Anna Lena vor einem selbst gebauten Akku aus zwei Bleistiftminen. 

Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr

RoboDanceCamp

Zeit vor der Mittagspause noch einmal aktiv zu werden, schlägt der Guide vor und führt die Schüler zum „RoboDanceCamp“. Hier können sie eine Bühnensteuerung entwickeln und testen, Roboter auf die Spur bringen und mit Armbewegungen steuern. „Das ist ultralustig“, erklärt Tim, nachdem er mit Leo ein bühnenreifes Roboterballett hingelegt hat. Den größten Applaus erhält allerdings Jan, weil er das Programm zur Robotersteuerung so souverän erklärt. „Immer wenn der Roboter schwarz sieht, dreht er sich nach links und fährt nach vorne. Wenn er kein Schwarz sieht, wiederholt er die Schleife und läuft nach vorne rechts.“

Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr
Tanz mit der Technik gegen die Uhr

Überwältigend

Schwarz sehen die Klimaprofil-Schüler allenfalls beim Zeitmanagement. „Man müsste zwei Tage für die Messe haben“, sagt Leo. Paul findet gerade die Workshops für die Schüler spannend: „Wenn man etwas anfassen und selbst tun kann, lernt und behält man einfach besser“, sagt der 16-Jährige. Am Ende bleiben ihm und Anna Lena für die Photovoltaik-Recherche gerade eine Stunde. Zeit die Tec2You-Taschen mit allerhand Broschüren zu füllen und noch einen 3D-Drucker zu bestaunen, der in Sekundenschnelle eingescannte Gesichter modelliert. „Die Messe ist überwältigend“, sagt Anna Lena. 

Finde deinen Traumberuf

Im nächsten Jahr will die 16-Jährige auf jeden Fall wieder kommen. Zur Not auch privat, sollte es das Angebot von Vattenfall und Industrieverband Hamburg (IVH), drei Schülerbusse zu sponsern, dann nicht mehr geben. „Das ist eine super Möglichkeit für uns Schüler, Technik zu erleben“, lobt Anna Lena. Auch wenn sie dem Tec2You-Ziel „Finde deinen Traumberuf“ noch nicht wirklich näher gekommen sei. „Ich will auf jeden Fall etwas mit Technik machen, vermutlich an der TU Hamburg“, weiß sie immerhin schon. Da soll es schließlich auch 3D-Drucker geben.

Beitrag teilen