Forschung veranschaulichen, Sinne schärfen, Nachwuchs gewinnen

19.11.2018

Vier Gründer, vier unterschiedliche Geschäftsideen und doch mindestens drei Gemeinsamkeiten. Erstens: Alle Start-ups arbeiten mit Virtual-Reality-Technologie. Zweitens: Zusammen bilden sie das „Virtual Reality Head Quarter (VRHQ)“ im neuen Kreativspeicher am Sandtorkai. Drittens: Die jungen Entwicklerteams haben alle Hände voll zu tun und nehmen sich doch Zeit für den NAT Nachwuchs, egal ob bei mint:pink oder mint:pro. Warum sie das tun?

Alexander Kutter, Geschäftsführer und Leiter der Entwicklung VR Nerds:

„Ich möchte jungen Leute, egal welchen Geschlechts, Technik und auch gerade das Handwerkszeug nahebringen, damit sie verstehen, es geht uns nicht um abgefahrene Ingenieurwissenschaften, es geht um Problemlösung – mit einem durchaus kreativen Anteil. Ich war schon an der Uni Gleichstellungsbeauftragter und Studienberater in meiner Promotionszeit, das ist mir einfach ein Anliegen.“

Fabio Buccheri, Gründer Noys VR:

„Uns beschäftigt das Thema weiblicher Nachwuchs sehr. Immer, wenn wir eine Jobausschreibung haben, sind 90 Prozent der Bewerbungen männlich. Das möchten wir gern ändern und ein diverses Team einstellen. Seit Annabell uns jetzt unterstützt, sind ordentlich mehr Strukturen bei uns reingekommen und wir haben gemerkt, dass wir vier ziemlich verpeilte Typen sind…“

Nicolas Chibac, Gründer Spherie und Spice VR:

„Wissenschaftler in der Grundlagenforschung sehen im Grunde nur Zahlen und müssen sich die Visualisierung daraus ableiten. Ein Wissenschaftler kriegt das auch hin, aber die Öffentlichkeit nicht, die das Ganze aber am Ende finanziert. Doch nun haben wir das Tor zu neuen Forschungswelten geöffnet: Edutainment von der Anlage des Desy über eine Reise durchs Universum und zurück in den Mikrokosmos eines menschlichen Körpers – das inspiriert und wirft Fragen auf. Bildungsarbeit ist mir persönlich sehr wichtig, mit Virtual Reality können wir die Jugend begeistern und abholen. Wir fangen gerade erst an, das Potenzial von immersiven Medien zu nutzen und ich sehe in diesem Bereich die größten Chancen für zeitgemäße Bildung.“

Pascal Kuemper, Mitbegründer Noys VR und Koordinator VRHQ:

„Wir haben ein interessantes Thema, ein Feld der IT und Programmierung und einen Zukunftsmarkt – aber man muss ihn auch mit Fachkräften ausstatten. Noch haben wir den Vorteil, dass es hier relativ viele talentierte junge Leute gibt, aber der Anteil von Männern mit ähnlichen Lebensläufen ist viel zu hoch. Das tut einem super kreativen Feld, wie wir es sind, in der Regel nicht gut, weil man dann in einer kleinen Blase lebt, die sich nicht mehr erweitert. Wir brauchen unterschiedliche Nationalitäten, Geschlechter und Denkweisen im Team.“

Mit VR zu HR

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