Drei Projekttage unter 3D-Druck im Gymnasium Meiendorf

02.07.2018

Wer kocht Kaffee? Der Würfel fällt auf „Stine“. Wer lädt ein? „Lulu“! Und wer räumt am Ende alles auf? „Lilly“ selbst! Die 17-Jährige wirft die Haare über die Schulter und lächelt. Noch ist sie hier zu gar nichts verpflichtet, es ist ja nur ein Test. Die Besucher wollten wissen, ob der Würfel auch tatsächlich ausbalanciert ist und siehe da, es funktioniert: Der Zufall entscheidet, auf welchen der sechs Mädchennamen der Kubus fällt. „Super Idee“, findet Frederik Vogel. Der Geschäftsführer des Hamburger Familienunternehmens seca hat Geld im Rahmen des Pilotprojektes zwischen Wirtschaft und Hamburger Schulen, das Sabine Fernau zusammen mit der Handelskammer in die Wege geleitet hat, gespendet: „Wir wollten wissen, wie die neue Technologie in der Schule umsetzbar ist“, so die NAT Geschäftsführerin.

So gefragt wie gedruckt

Gesagt, umgetan, gedruckt – so schnell ging es am Gymnasium Meiendorf: „Als ich zu Anfang dieses Schuljahres neu an diese Schule kam, habe ich erwähnt, dass mich der 3D-Druck fasziniert“, sagt Kunst- und Physiklehrerin Cornelia Schatte. Das hat sich einer ihrer Schüler gemerkt: „Ich kenn mich einfach gut mit 3D-Druck aus, ich habe auch selbst einen Drucker zu Hause, das begeistert mich“, sagt Luca. Der Elftklässler sprach seine Lehrerin an, als es darum ging, die Projekte am Ende des Schuljahres mit Leben zu füllen: „Können wir das nicht doch in den Projekttagen machen?“ Schatte erkundigte sich, fand das NAT-Projekt und rief bei Sabine Fernau an: „Da hatte ich gerade beschlossen, dass ich einen Drucker behalte, damit auch andere Schulen mal in die neue Technologie reinschnuppern können“, so die Geschäftsführerin.

Die Würfel sind... gedruckt!

Alea iacta est: Der Würfel ist geworfen worden

Inzwischen verleiht NAT sogar zwei Drucker, einen für Schulen in Hamburgs Süden, einen für den Norden: „Solange ihr Ideen habt und keine andere Schule ein Projekt startet, könnt ihr den Drucker weiter nutzen“, wendet sich Fernau an die Meiendorfer Schüler. Die lassen sich nicht zweimal bitten. An ihrem ersten Projekttag haben sie Spielfiguren, ein Schlüsselanhänger oder eben einen Würfel mit den Namen der Freundinnen produziert: „Das ist meine Freundesgruppe, das habe ich gemacht für Spiele oder die Entscheidungsfindung“, sagt Lilly. Dabei hat die 17-Jährige mit dem Programm „TinkerCAD“ gearbeitet und für die Beschriftung die Ausschneidfunktion gewählt. Neben ihr löten Finn, Sophie und Antonia für die Gruppenarbeit ein selbstfahrendes Miniaturauto zusammen: „Die einzige Vorgabe war, dass wir ein Gummiband benutzen dürfen, sonst waren wir da komplett frei“, sagt Finn.

Schlaflos in Meiendorf

Das mit dem Gummibandantrieb funktioniert noch nicht so gut, aber das Fahrzeug selbst ist fertig. Dass alle Teile in so kurzer Zeit ausgedruckt und zusammengelötet werden konnten, liegt auch an Luca. Der 17-Jährige schaut ein wenig müde aus: „Er hat die ganze Nacht durchgearbeitet“, weiß Frederik Vogel. So viel Einsatzbereitschaft und Experimentierfreude zu sehen,  begeistert den Sponsor. „Bei meinen eigenen Leuten, gestandene Ingenieure und Konstrukteure, musste ich mehr nachhelfen, damit sie sich für das 3D-Druckthema öffnen.“ Während die Schüler, „und gerade so viele Schülerinnen“, da ganz unvoreingenommen herangingen, lobt Vogel. Als er selbst noch Schüler war, hätte sich der Unternehmer genau so ein Projekt gewünscht. Finn kann das gut nachvollziehen: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Antonia ergänzt: „Man erstellt erst am Rechner ein Modell und hält es kurze Zeit später in den Händen – schon cool!“

Die Würfel sind... gedruckt!