Schüler programmieren autonome Drohnen bei NXP

08.11.2018

Das A und O von morgen beginnt mit einem großen C. C wie Computer, Controller oder wie die Programmiersprache, die Antonia und Hannes gerade lernen. Hannes besucht die neunte Klasse am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Harburg, Antonia die elfte Klasse am Gymnasium Grootmoor in Bramfeld. Zwischen den beiden Schulen liegen 26 Kilometer dichtes Stadtgebiet, die man zu Hauptverkehrszeiten wohl am besten auf dem Luftweg überwinden könnte. Da kommt das Drohnenprojekt, das der Chiphersteller NXP zusammen mit der Initiative NAT sowie den Hochschulen HCU und TUHH ausgetüftelt hat, gerade recht: Schüler bauen und programmieren gemeinsam eine autonome Drohne. Bis diese allerdings einmal quer über die Stadt fliegen kann und darf, müssen noch ein paar Sicherheitsstandards mehr erfüllt werden. Genau das Thema von NXP.

Vernetztes Fliegen

In seinem neuen Firmengebäude am Standort Lokstedt forscht NXP an sicheren Technologien für das vernetzte Auto, unterstützt Studentenwettbewerbe zu autonom fahrenden Modellwagen und sah sich irgendwann mit der Frage konfrontiert: „Wenn wir schon fahren können, können wir nicht auch fliegen?“ Klar, geht das, sagt Lars Reger, Leiter für Forschung und Entwicklung im Automotive Bereich von NXP. „Unsere Elektronik kann man in Drohnen verwenden. Aber wir brauchen auch die Leute, die Lust haben, damit zu experimentieren.“ Die Leute, das sind einerseits Studierende, die NXP mit dem Drohnenflug-Wettbewerb „Hovergames“ ab 2019 gewinnen will. Das sind aber auch Schüler, wie Antonia und Hannes, die das neue NAT Programm „mint:pro“ besuchen. Und das wiederum hat mit Detlef Dwenger zu tun.

Das A und O von morgen

Hello mint:pro!

In seiner mechanischen Werkstatt begrüßt der NXP-Elektrotechniker schon seit Jahren Teilnehmer von NAT Programmen, aus Kooperationsschulen oder dem Mädchenförderprogramm mint:pink. „Aber wir sollten auch mal was für die Nerds machen“, so Dwenger. NAT Geschäftsführerin Sabine Fernau fand das gut, wollte aber lieber von einem Begabtenprogramm reden. Zum Glück: Unter der Überschrift mint:nerds hätte Antonia sicher nicht teilgenommen. „Ich habe noch nie programmiert, aber ich interessiere mich für Technik und Drohnen finde ich spannend.“ Vor der Schülerin steht eine blinkende Drohne. Die LED blinkt, so oft, so schnell und in der Farbe, wie Antonia es eingegeben hat. Das ist schon mal ein Erfolg, der Mut macht. Vor allem hat die 16-Jährige gelernt, wie akkurat eine Programmiererin arbeiten muss. „Man muss wissen, wo man die Befehle reinscheibt und nicht nur wie“, sagt Antonia.

Abheben als Mission

Bei ihrem Tischnachbarn Hannes blinkt erst mal nichts. „Es hat abgebrochen, während das Programm geladen wurde.“ Aber das hat nichts mit Programmierkünsten, sondern mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu tun. „Windows ist schon speziell, da gibt es immer wieder Treiberprobleme“, stöhnt Leutrim Mustafa, den alle hier nur kurz Leo rufen. Der Mechatroniker hat lange als Werkstudent bei NXP gearbeitet und in diesem Jahr seinen Master über sichere Kommunikation zwischen Drohnen vollendet. Leo ist damit wie gemacht nicht nur für den Job bei NXP, sondern auch als Coach für mint:pro. Der 25-Jährige ist dem Programmieren nah und doch nicht weit weg von den Schülern. Geduldig, schülergerecht, aber auch anspruchsvoll: Im letzten Teil des Programms gehen die Schüler auf eigene Mission, wie Leo es nennt. „Wegpunkte eingeben, abfliegen und von einem Gebäude bestimmte Aufnahmen machen oder mit der blinkenden LED Buchstaben in den Himmel schreiben.“ Am besten irgendwas mit C - wie Challenge!

Das A und O von morgen

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