Mädchen, ran an die Technik

Heute ist der 18. Girls’ Day, jener Tag, an dem Mädchen in Firmen gezielt Lust auf eine Karriere in technischen (vermeintlich typisch männlichen) Berufen gemacht werden soll. 18 Jahre sind eine lange Zeit; hat es sich nicht mittlerweile herumgesprochen, dass auch Mädchen programmieren, Ingenieurinnen oder Technikerinnen werden können? Stellt man Sabine Fernau von der Initiative mintpink.de diese Frage, schnappt sie kurz nach Luft. »Angesichts der Tatsache, dass immer noch viel zu wenige Mädchen sich für Mint-Fächer interessieren und entsprechende Studiengänge wählen, ist der Tag absolut nötig«, sagt sie. Wieso es so schwierig ist, Mädchen für Mathe, Informatik und Technik (kurz: Mint) zu begeistern, liegt laut Fernau an mehreren Faktoren: »Physiklehrer sind in der Regel nicht so extrovertiert, die sagen nicht: ›Du bist so gut, Lisa, ich will dich in meinem Profil haben.‹ Außerdem wollen Mädchen lieber ein Einser-Abi machen und gehen oft auf Nummer sicher.« Deshalb versucht mintpink.de, gerade Pubertierende zu unterstützen, sich trotz Nerd-Gefahr beispielsweise für ein Physik-Profil zu entscheiden. Immerhin zeigen alle einschlägigen Initiativen langsam Wirkung. Mittlerweile entscheiden sich rund zehn Prozent mehr Frauen für ein Informatikstudium als noch vor zehn Jahren. Trotzdem trauten sich Mädchen nach wie vor tendenziell zu wenig zu.»Das ist auch eine Aufforderung an die Mütter«, sagt Fernau. »Macht unsere Mädels stark! Unterstützt sie, wenn sie etwas machen wollen, das vielleicht risikobehaftet ist! Väter machen das ja auch.«

Rechts finden Sie den Originalartikel (als PDF), ZEIT Newsletter Elbvertiefung vom 26. April 2018.