Institut für Biomechanik, Technische Universität Hamburg

Knochenarbeit: Biomechaniker untersuchen Kräfte, die auf den menschlichen Körper wirken

Ein lichtdurchflutetes Hallenbad, mittendrin 15 fröhlich winkende Menschen mit Taucherausrüstung: Was nach dem Werbefoto eines Urlaubsclubs aussieht, ist das Startbild eines wissenschaftlichen Instituts. Es heißt Institut für Biomechanik und sein Direktor, Professor Dr. Michael Morlock, weiß um die Bedeutung des Sports als Ausgleich, Stimmungsmacher und – abhängig von der Sportart und der Dosierung – Gesundheitsfaktor. Daher organisiert der Institutsleiter schon mal einen eintägigen Tauchkurs als Weihnachtsfeier für seine Mitarbeiter – oder verbindet eine Tagung in Davos mit einer Skitour. Welche Kräfte wirken auf das Knie, wenn der Fuß wie beim Carving-Ski im Sprunggelenk fixiert ist und dann noch eine kleine Schanze übersprungen wird?

Es sind solche Fragen, die Biomechaniker interessieren. Am Institut der TUHH prüfen, entwickeln und testen sie Gelenkprothesen, züchten und untersuchen künstlichen Gelenkknorpel oder stellen Platten, Schrauben oder Zementstoffe der Unfallchirurgie auf den Prüfstand. Dabei geht es immer darum, die Haltbarkeit beim Gelenkersatz zu verlängern und der Volkskrankheit Arthrose wirkungsvoll zu begegnen. Ein Arbeitsgebiet für Ingenieure, die sich für die Schnittstelle Medizin und Technik interessieren, interdisziplinär und anwendungsorientiert tätig sein wollen – dazu noch in einem internationalen Wachstumsmarkt. „Wir arbeiten hier äußerst international, die meisten unserer Geschäftspartner sitzen in den USA oder Asien“, ergänzt Professor Morlock. Das Institut für Biomechanik ist zudem Gründungsmitglied im Kompetenzfeld „Life Science Technologies“ und dem Forschungsschwerpunkt „RIM – Regeneration, Implantate und Medizintechnik“.


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Firmeninfos

Firma:
Institut für Biomechanik, Technische Universität Hamburg
Webseite:
www.tuhh.de/bim/institute-of-biomechanics.html
Ausbildung:
Rund 40 angehende Mediziningenieure pro Jahr (Masterstudiengang); im Bachelor-Studiengang AIW „Allgemeine Ingenieurwissenschaften“ oder „Maschinenbau“ kann Mediziningenieurwesen als Vertiefung gewählt werden.
Mitarbeiter:
Über 20 Wissenschaftler, überwiegend Doktoranden, viele Mediziningenieure, aber auch Maschinenbauer, Ärzte, Biologen und Chemiker
Praktika:
Hauptsächlich für Studierende, beschränkte Kapazitäten für Schüler
Schwerpunkt:
Zum einen Prüfung, Entwicklung und Testung von orthopädischen Implantaten mit Schwerpunkt große Gelenke (Hüfte, Knie) und Wirbelsäule, sowie Untersuchung der Mechanismen im Knorpel, der Interaktion von Knorpel und Knochenzellen mit Biomaterialien sowie Knorpelaufzucht (Tissue Engineering) und Analyse von Schadensfällen in Verbindung mit Implantaten.