Neuntklässlerinnen programmieren im CityScience Lab der HCU

28.02.2018

Kurz vor Schluss nimmt die Sache noch mal richtig Fahrt auf. Die „pinken Informatikerinnen“ haben ihre digitale Weltkarte um fantastische und tatsächliche Hauptstädte ergänzt, das Farbdesign von grau auf pink geändert, jetzt soll noch mal schnell das Logo der Schule integriert werden. Ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Gymnasium Buckhorn, das an diesem eiskalten Februarvormittag weit weg liegt: 14 Schülerinnen sind von Volksdorf bis an die HCU gefahren, genauer ins neue CityScience Lab. Es erforscht die Wechselwirkung von Stadt und Digitalisierung, die Zukunft Hamburgs oder den Mehrwert digitaler Technologien – und ist seit einem Jahr Partner im Programm mint:pink. „Wir werden heute mit Javascript programmieren“, kündigt Mitarbeiterin Nina Pohler zu Beginn der Gruppenarbeit an.

Switch mit der Variable Land

Das ist Neuland für die meisten Mädchen. Zudem ist es ihr erster mint:pink Labortag und Ausflug an die HafenCity Universität überhaupt: „Es muss toll sein, mit Blick auf den Hamburger Hafen zu studieren“, sagt Antonia und blickt sehnsuchtsvoll aus dem Fenster. Aber kurz darauf mag die Neuntklässlerin den Kopf kaum noch von dem kleinen Laptop wenden, an dem sie zusammen mit Rosa und Anna eine digitale Weltkarte bearbeitet. Einen Gruppennamen finden und über den Browser eingeben – ein Kinderspiel für die „pinken Informatikerinnen“. Aber schnell merken die Mädchen, wie genau sie arbeiten müssen, um den „Switch bei der Variable Land“ zu ändern, also der Textinfobox neue Informationen hinzuzufügen: Einen kleinen Doppelpunkt statt eines Semikolons gesetzt und schon ist die gesamte Karte weg – zumindest vom Bildschirm.

Voll variabel, konstant pink

Vorschleifenaufpasserin und Läuferin

„Computerprogramme sind dumm, sie verstehen nur Dinge, die man ihnen explizit gesagt hat“, sagt Pohler. Wenn der Switch nicht so dargestellt werde, wie in allen Computerprogrammen üblich, stoppt der Browser an der Stelle. „Fehlersuche ist tatsächlich eine der Haupttätigkeiten von Programmiererinnen“, so die Soziologin. Dabei hilft es, sich mit der Logik der Programme vertraut zu machen. Am City Science Lab geschieht das plastisch in Form eines Rollenspiels: Rosa ist die Vorschleifenaufpasserin, die ihre Läuferin Emily anweist, bestimmte Ländernamen auszugeben. Vorher prüft sie aber Schritt für Schritt, ob die Bedingungen erfüllt sind: „Fang beim Eintrag Nummer Null an, mach so lange weiter, wie die Variable kleiner ist als die Länge der Ländernamen und erhöhe jedes Mal um Eins“, zählt Pohler auf.

Time out, Fun in

Im Beispiel haben die Lab-Mitarbeiterinnen vier Länder ausgewählt, die Emily nach Rosas Anweisung an die Tafel schreibt. Bis Rosa bei der fünften Karte mit der Ziffer Vier anlangt: „Vier ist nicht kleiner als vier“, sagt die 15-Jährige und lacht. Würde sie diese Karte aushändigen, wäre die Fehlermeldung vorprogrammiert. „Ich konnte mir bisher unter Informatik nichts vorstellen“, sagt Rosa. Im Wahlpflichtbereich hat sie daher lieber „Wirtschaft“ gewählt, Antonia „Theater“ und Anna „Jahrbuch“, Artikel schreiben. Das war lange vor dem Besuch an der HCU. „Die Vorschleife mit dem Switch kombinieren“, das mag trocken klingen, ist aber durchaus kreativ. Man kann zum Beispiel Teile der Karte einfärben oder ein Logo einbinden. Daran arbeiten die „pinken Informatikerinnen“ fieberhaft bis zur letzten Minute: „Ihr könnt euch die Datei per E-Mail nach Hause schicken und damit weiterarbeiten“, tröstet Pohler. Rosa löst den Blick vom Bildschirm: „Cool, danke!“

Voll variabel, konstant pink

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