mint:pink produziert Cremes im Schülerforschungszentrum

20.04.2018

Die Creme für die empfindliche Haut basiert auf Hanföl, Wasser und Tegomuls, ein weißes, körniges Pulver, das Torten und Süßspeisen lockerer macht. Im Labor des Schülerforschungszentrums (SFZ) dient es dazu, Wasser zu binden. Ansonsten liegt der Vergleich zur Tortenbäckerei nahe: Die Schülerinnen vom Marion Dönhoff Gymnasium haben Zutaten abgewogen und in ein Glas gegeben, nun erwärmen sie die Mischung im Wasserbad, „wie Schokolade“, sagt SFZ-Mitarbeiterin Petra Schrick. Das Bild kommt an: „Du musst gut umrühren“, mahnt Lucy ihre Teamkollegin Nele und fügt hinzu: „Ich habe zwar noch nie im Leben eine Creme gemacht, aber ich glaube, das ist jetzt eine wichtige Phase.“ Fettphase nennen es die Chemiker, wenn Öle, Emulgatoren und je nach Cremetyp Konsistenzgeber erwärmt werden, bis alle Zutaten flüssig sind.

Fettphase und Zitrusnote

Noch sorgfältiger umrühren müssen die jungen Hautcremeproduzentinnen allerdings, als sie Wasser- und Fettphase bei möglichst jeweils 70 Grad zusammenfügen – tröpfchenweise. „Meins ist so klumpig geworden“, klagt Karina. Es ist aber schwierig, gleichzeitig zu rühren und zuzutropfen, wenn man alles alleine macht: Karina benötigt eine Creme für die normale Haut – und ist damit die einzige in ihrer Gruppe, wo der Typ Mischhaut dominiert. „Petra“, wendet sich Karina an die Laborleiterin, „das ist noch sehr wässrig, muss da vielleicht noch etwas Pulver rein?“ So wie man beim Backen doch auch noch Mehl hinzufüge, wenn der Teig klebt, meint die Neuntklässlerin. Aber die Chemikerin schüttelt den Kopf: „Wenn du am Anfang genau abgewogen hast, ist es das.“ Lieber soll Karina die Emulsion noch einmal erwärmen und gut umrühren.

Unter die Haut

Dem Alltag auf der Spur

Petra ist in ihrem Lehrerinnenjob normalerweise „Frau Schrick“, aber das Schülerforschungszentrum will ganz bewusst keine Schule sein, sondern ein Ort für Jugendliche, die Lust haben in ihrer Freizeit zu experimentieren, zu forschen und zu entdecken. Und so hat Petra Schrick für den mint:pink Projekttag auch ein praktisches Thema gewählt, das mit den Mädchen persönlich zu tun hat, aber auch an den Chemieunterricht anknüpft und das Wirkungsprinzip der Emulgatoren griffig erklärt: „Jeder kennt das Prinzip von Essig und Öl. Wenn ich eine Art Zäpfchen hinzufüge, das sowohl in die wässrige als auch die Ölphase eintauchen kann, werden beide Phasen miteinander verbunden.“ Dazu dürfen sich die Mädchen im zweiten Teil an unterschiedlichen Stationen auch selbst ein wenig Theorie erarbeiten, etwa zur Struktur und Löslichkeit oder Unterscheidung von Öl-in-Wasser und Wasser-in-Öl-Emulsionen.

mint:pink Hautcremes exklusiv

Das kommt gut an, auch wenn sich die mint:pink Mädchen weniger Zeit für die Theorie und mehr Laborzeit wünschen: „Man hat wirklich Spaß dabei und freut sich über das fertige Produkt“, sagt Emely. Sie hat mit ihrer Freundin Marina die Serie „me creation“ hergestellt, Körperlotion und Pflegemilch für die Mischhaut mit einem frischen Minzduft, das Kürzel 'me' steht für die Vornamen. Und auch Karina kann am Ende eine kleine feine Dosis Lavendelcreme für die trockene Haut unter eigenem Namen präsentieren: „Das ist richtig gut geworden, nur der Lavendelduft ist sehr stark.“ Dufte findet die 15-Jährige das neue SFZ sowieso. „Das ist so schön hier, die Einrichtung, die Möglichkeiten und Materialien.“ Vielleicht will sie für ein „Jugend forscht“-Projekt mit Nele und Lucy wiederkommen: Die Schülerinnen wollen einen Schnelltest für K.o.-Tropfen produzieren. „Ja, schreibt uns euer Projekt und kommt hierher“, ermuntert Petra Schrick die Mädchen.

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