Prima Klima Klassenraum

20.09.2010

Am Gymnasium Buckhorn wird es behaglich: Physikprofilschüler untersuchen im neuen Schuljahr das Raumklima in ihrem Klassenraum und machen Verbesserungsvorschläge, um den Energiebedarf zu senken und auch bei hoher Belegungsdichte noch mief- und zugfrei lernen zu können. Das ist Teil der Kooperation zwischen dem technischen Gebäudeausrüster Imtech und dem Gymnasium in Hamburgs Nordosten. Bevor das Projekt nach den Herbstferien startet, haben sich Physiklehrer und Ingenieure viele Stunden lang ausgetauscht - in klimatisch angenehmer Atmosphäre, wie beide Seiten versicherten.

Optimierte Kooperation

Drei Dinge braucht eine gute Kooperation: ein packendes naturwissenschaftliches Thema, das auch zum Lehrplan passt, ein offenes Miteinander zwischen Lehrern und Ingenieuren sowie einen praktikablen Zeitplan: „Das muss im Rahmen bleiben. Wir können die Schüler nicht tagelang durch unser Labor führen“, sagt Bruno Lüdemann. Der Klimatechniker beschäftigt sich in der Imtech Forschung und Entwicklung beispielsweise mit dem Wärmespeicherverhalten von Baukörpern, berechnet Heiz-, Kühl- und Feuchtelasten in Räumen und simuliert optimierte thermische Modelle am Rechner. „Wir sorgen energieeffizient für Behaglichkeit und Sicherheit“, fasst der Ingenieur die Kernaufgaben des Anlagenbauers und Dienstleisters Imtech zusammen.

Prima Klima Klassenraum
Prima Klima Klassenraum
Prima Klima Klassenraum
Prima Klima Klassenraum

Verbesserung der Raumklimas

Dass es mit dem Raumklima an Hamburgs Schulen nicht immer zum Besten bestellt ist, weiß der Dozent der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HAW aus eigener Erfahrung. Was liegt da näher, als die Wärmebedarfsberechung im Klassenraum in den Fokus der Kooperation zu stellen. „Beim Thema Wärmeleitung fragen sogar noch Studenten, wozu ist das gut. Das machen wir jetzt schon Oberstufenschülern mit einer Anwendung aus ihrer Lebenspraxis deutlich.“

Lebensrettende Strömungstechnik

Um den Themenschwerpunkt gemeinsam mit den Imtech Ingenieuren zu entwickeln, haben die Physiklehrer Stefan Hoppenau und Christian Menzel das Unternehmen einen Tag lang besucht, sich die Arbeit der Forschung und Entwicklung erklären und durch das Labor führen lassen. Besonders begeistert zeigten sich die Buckhorner Lehrer von dem Modell eines neuen Rauchabzugs im Straßentunnel, der wie in einem Wirbelsturm Brandschwaden ansaugt, bündelt und kontrolliert nach außen abführt.

Klassenzimmer als Labor

Auch die Schüler werden die lebensrettende Strömungstechnik bei Imtech bewundern können. Vor dem Laborbesuch steht aber eine Einführung in die Bereiche Wärmeflussmessung und Wärmebedarfsberechnung. „Die Schüler untersuchen im ersten Schritt Dämmung, Verglasung und Sonnenschutz in ihrem Klassenraum“, erklärt Lüdemann den Ablaufplan. Im zweiten Schritt vergleichen sie gedämmte und ungedämmte Räume mit einem Messinstrument für Oberflächentemperaturen, wie etwa einer Wärmebildkamera. Im dritten Schritt ermitteln sie die Wärmelasten ihres Klassenraumes, der durch die hohe Belegungsdichte besondere Anforderungen an die Lufthygiene stellt.

Konzepte für die ganze Schule

Schließlich präsentieren die Schüler ihre Ergebnisse und Optimierungsvorschläge vor den Imtech Ingenieuren. „Ich denke, wir haben da eine runde, für beide Seiten fruchtbare Kooperation entwickelt“, zeigt sich Lüdemann zufrieden. Die Zusammenarbeit mit den beiden Profillehrern sei sehr gut verlaufen. Und wenn die Konzepte aus dem Physikprofil im nächsten Jahr auch die Buckhorn Schulleitung erreichen, dürften ganze Schulklassen davon profitieren: durch ein gutes Raumklima, in dem sich auch nach sechs Unterrichtsstunden mit 30 Schülern noch prima lernen lässt.

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