170 Mädchen lassen es am Start von mint:pink ordentlich krachen

22.02.2017

Billard oder Boule – was rollt besser? Sanam legt eine Billardkugel auf den selbst konstruierten Podest und stellt den Fön an. Der Luftstrom setzt die Kugel in Bewegung, bis sie vom Podest fällt, über eine Bahn läuft – allerdings ohne den Hammer, einen umfunktionierten Fleischklopfer, umzukippen. „Das geht so nicht“, sagt Alaiye, „ihr müsst die schwere Kugel nehmen.“ Schwer ist eine echt französische Boulekugel schon, auf jeden Fall zu schwer für den Fön: Die Kugel bleibt träge im Luftstrom liegen. „Aber vorhin hat es funktioniert“, stöhnt Alaiye. Die 14-Jährige hat eben das Gruppenschild mit der Aufschrift „Gymnasium Rahlstedt“ kunstvoll befestigt, schon winken neue Herausforderungen: „Wenn das nur in 30 Prozent aller Fälle klappt, hilft uns das nicht. Dann müssen wir umbauen“, mahnt Sophie.

Eine Kette der Begeisterung

Sanam, Alaiye und Sophie sind drei von insgesamt 170 Neuntklässlerinnen, die sich an diesem Nachmittag in der lichtdurchfluteten, neuen tesa-Unternehmenszentrale einen Kopf machen, wie sie Impulse von Element zu Element weitergeben, über insgesamt 26 Tische hinweg: Die XXL Kettenreaktion steht am Anfang von mint:pink und will Mädchen Mut machen, sich und naturwissenschaftliche Optionen auszuprobieren, auch gerade in Kontakt mit Wissenschaftlern und Unternehmen. Das kommt gut an: „Es wird viel Aufwand betrieben, extra für uns“, staunt Sanam. Im Gymnasium Rahlstedt hatten die mint:pink Teilnehmerinnen aus dem letzten Jahrgang sehr positiv von ihren Erfahrungen berichtet und damit Begeisterung geweckt – 27 Bewerberinnen auf 15 Plätze. Was wiederum eine Flut an Auswahlgesprächen zwischen Klassen- und Fachlehrern ausgelöst hat: „Wir haben uns das nicht leicht gemacht“, betont Physiklehrer Andreas Gedaschko.

In ihrem Element

Hoch im Kurs: tesa neonpink

Alaiye und Sanam jedenfalls sind froh, mit von der Partie zu sein – und auch ein wenig stolz. „Wir sind persönlich eingeladen worden, das ist alles toll organisiert“, lobt Alaiye. Das setzt aber auch Maßstäbe: Die Kugel heimlich mit der Hand vom Podest stürzen, kommt für die Mädchen überhaupt nicht in Frage. „Die Kugel steht direkt vor der Kante des Tapes“, konstatiert Nora, „ich würde mal sagen, das müssen wir abmachen.“ Schließlich besitzen die pinkfarbenen Gewebebänder, die so ziemlich an jedem Tisch Verwendung fanden, nicht nur Klebkraft, auch die Abriebfestigkeit ist hoch und kann eine Kugel abbremsen. „Lass uns stattdessen Schraubzwingen nehmen“, schlägt Nora vor. „Ja, und für die Bahn hole ich den Akkubohrer“, ruft Malin. Die beiden Schülerinnen gehören eigentlich zum Nachbartisch, sie besuchen das Gymnasium Buckhorn. Aber die Aufgabenstellung des Eventdienstleiters „Bitou“ verlangt tischüberschreitende Zusammenarbeit: „Wir sind die Brückenbeauftragten“, sagt Malin.

Fön spielt Boule

Neugierig sein, sich ausprobieren, Fehler machen dürfen – diese Impulskette zieht sich auch durch den offiziellen Teil der Veranstaltung mit Hausherr und tesa Vorstand Robert Gereke sowie mint:pink Schirmherrin Katharina Fegebank. Etwa, wenn tesa Produktentwicklerin Anna Funk aus ihrem Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule („mit ganz vielen Männern, das klappt aber ganz gut“) erzählt und Süderelbe Gymnasiastin Sveja von ihren mint:pink Erfahrungen im letzten Jahr: „Wenn ihr euch traut, Fragen zu stellen, könnt ihr nur gewinnen!“ Gewonnen haben die Rahlstedter am Start des Programms allemal: Die Boulekugel rollt, der Hammer bringt sogar den Luftballon zum Platzen, die Kettenreaktion nimmt ihren Lauf – und die Worte von Antonia (Gymnasium Grootmoor) und Sveja beflügeln: „Jetzt bin ich noch gespannter, auf alles, was die schon erlebt haben“, sagt Alaiye. Ob sie dann im nächsten Jahr von ihren Erfahrungen auf der Bühne berichten möchte? Alaiye lacht, sie widerspricht nicht.

In ihrem Element

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