mint:pink schaltet sich in die Grundlagenforschung ein

25.04.2017

„Was will ich diese Woche erreichen?“ steht auf dem Zettel, den Professorin Sonja Schrepfer in San Francisco in die Kamera hält. Die Mädchen am anderen Ende der Live-Schaltung können nicht viel mehr als die Überschrift entziffern, aber eines wird auch so deutlich: Die Leiterin des standortübergreifenden Forschungslabors für Transplantation und Stammzell-Immunbiologie, kurz TSI hat sich vorgenommen, den Schülerinnen ihre Arbeit so anschaulich und schmackhaft wie möglich zu machen. Das geht los mit einer Laborführung, erst live im Herzzentrum des UKE, dann virtuell im NASA-Labor der Universität von Kalifornien. Das endet mit einem Weltraum-Quiz, bei dem Eileen den NASA-Baseballcap mit Original-Unterschrift der Astronautin Millie Hughes-Fulford gewinnt und jede Schülerin ein Astronauteneis bekommt – gefriergetrocknet, zuckersüß und weltraumgerecht.

Niemals fertig, immer frei

Was die mint:pink Teilnehmerinnen aber an diesem Freitagspätnachmittag vor allem auf den Geschmack der Grundlagenforschung bringt, ist die Begeisterung mit der dies-und jenseits des Atlantiks davon erzählt wird. Da sitzt die preisgekrönte Medizinerin mit ihrem jungen kalifornischen Team im NASA-Outfit, strahlt und berichtet freimütig von Rückschlägen: „Wenn alle Ergebnisse immer so wären, wie wir es dachten, müsste man gar keine Forschung machen“, betont sie. Dann würden sich aber auch nicht so viele neue Fragestellungen ergeben – und gerade die seien doch so spannend. „Hatten Sie schon immer vor, in die Forschung zu gehen?“, will Lena wissen. Die 15-Jährige hatte durch ihr Interesse an der Stammzellenforschung überhaupt den Anstoß gegeben, die Mädchen zur freitäglichen Live-Schalte ins UKE zu laden.

Guten Morgen, San Francisco

Eine Mission jagt die nächste

Als Sonja Schrepfer im Alter der mint:pink Mädchen war, hat sie an einem „Jugend forscht“-Wettbewerb teilgenommen und auch der Medizinstudentin war schnell klar, dass sie nicht anwenden will, was es schon gibt, sondern Neues im Bereich Herz-Lunge, ihrem Steckenpferd, erforschen möchte. Als sie nach einem Kongress in Texas zusammen mit ihrem Mann das Space Center Houston besuchte, sprang auch der Funke der Mars-Mission über: „Wäre doch interessant, die Herzgesundheit im Weltraum zu studieren“, fand Schrepfer und weil es dazu, „eher ein Zufall“, gerade eine Ausschreibung gab, bewarb sich die Herzspezialistin – und erhielt für ihre Ideen ein Forschungsstipendium. „Seitdem arbeiten wir mit der NASA für Heart in Space zusammen und hier kommt eine Mission nach der anderen herein.“

Feuer entfachen

Sicher nicht nur eine Kette purer Zufälle, sondern die Folge eines inneren Feuers und einer besonderen Offenheit für ein Thema, das wird den Mädchen schnell klar. „Was war der schönste Moment in Ihrer Arbeit?“, fragt Eileen weiter. Die 15-Jährige ist fasziniert vom Weltraum und seinen Forschungsmöglichkeiten, aber die Professorin mag sich da nicht auf den einen Moment festlegen. Schön sei, wenn man nach jahrelanger Arbeit doch noch endlich ein Medikament mit der NASA entwickeln durfte, wenn die Zusammenarbeit im Team stimmt und sich andere für die eigene Arbeit interessieren. „Auch jetzt zum Beispiel, dass ihr hier im Labor seid, das ist wirklich klasse“, lobt Schrepfer. Die Mädchen strahlen. So viel Aufmerksamkeit von so vielen Seiten und so viel Zeit nur für sie! Doktorand Simon Küppers zeigt noch Wege ins Medizinstudium und Labormanagerin Christiane Pahrmann, worauf es ankommt: „Uns sind Leidenschaft und Forscherdrang wichtiger als gute Noten.“

Guten Morgen, San Francisco

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