Großes Kino – Start von mint:pink 2015

05.02.2015

Mädchen im Mittelpunkt. Sie sitzen inmitten des vollbesetzten KörberForums. Da, wo sonst Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet werden oder Forscher ihre naturwissenschaftlichen Fragestellungen präsentieren, und wissen: Sie sind gemeint, wenn von Zukunftssicherung und Chancengleichheit die Rede ist. „Wir wurden aus der Klasse herausgerufen, das hat natürlich alle anderen neugierig und auch ein wenig neidisch gemacht“, erzählt Jette. Die 14-Jährige ist eine von 15 ausgewählten Neuntklässlerinnen am Gymnasium Grootmoor. Ausgewählt für gute Leistungen und Potenziale in den Naturwissenschaften – und als Teilnehmerin von mint:pink 2015. Eines von insgesamt 140 Mädchen aus zehn Schulen mit einer Fragestellung: Ist das naturwissenschaftliche Profil eine Option für mich? Das sollen sie innerhalb eines Jahres in Kontakt mit der Praxis, Forschung und Lehre herausfinden.

Implantate zum Glänzen bringen

„Bei mint:pink machen Leute mit, die ich kenne, das Programm ist cool und ich glaube, das wird ganz witzig, wenn wir alle zusammen sind“, ist Lara überzeugt. Zusammen mit Gleichaltrigen aus den anderen Schulen besuchen die Jugendlichen vom Grootmoor in den kommenden Monaten etwa das Medizintechnikunternehmen Link in Norderstedt, lernen den Produktionsprozess glanzpolierter Implantate kennen sowie die konkrete Arbeit der Entwicklungsingenieurinnen Silka Grimske und Dörte Freisberg, die extra für die Auftaktveranstaltung ins KörberForum gekommen sind. „Haben Frauen es schwerer in den Naturwissenschaften?“, will Moderatorin Gila Thieleke von den Ingenieurinnen wissen: „Wenn man Spaß daran hat, ist man gut in seiner Arbeit und dann findet man auch die Leute, die einen fördern“, sagt Freisberg.

Großes Kino – Start von mint:pink 2015
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Ein ganz toller Weg

Chancengleichheit ohne Gleichmacherei, so lautet die Devise, unter der Senatorin Jana Schiedek die Schirmherrschaft für mint:pink übernommen hat. „Es sind viel zu wenige Mädchen und Frauen in den Naturwissenschaften vertreten und ich glaube nicht daran, dass das den Begabungen, den Talenten und vor allem der Chancengleichheit entspricht“, sagt die Senatorin für Justiz und Gleichstellung. Ziel sei es, dass jeder am Ende das Profil wähle, das ihm – oder eben ihr – liegt. „Dafür ist mint:pink ein ganz toller Weg, weil das Programm die Chance bietet, naturwissenschaftliche Profile auf praktische Weise zu erproben.“ Ermutigen und Wege aufzeigen, will die Schirmherrin und weiß dabei den gesamten Senat hinter sich. „Ich kann mich an kein Projekt erinnern, das so viele Interessenten im Senat hat, wie dieses.“

Den Frauen gehört die Zukunft

Wissenschaft und Wirtschaft suchen dringend naturwissenschaftlich-technische Fachkräfte, der Schulsenator NAT-Lehrer. Da ist die Förderung von Mädchen eine echte Querschnittsaufgabe, wie Schiedek deutlich macht. „Aber wer steigt am Ende in die Bütt und legt das Geld auf den Tisch?“, fragt Ute Sachau-Böhmert. Die Referentin war noch im Januar in der Wirtschaftsbehörde (BWVI) beschäftigt und hat sich erfolgreich für die Finanzierung von mint:pink eingesetzt. BWVI und die gastgebende Körber-Stiftung sind Partner im Projekt. Nun ist Sachau-Böhmert Leiterin der Abteilung Gleichstellung unter Jana Schiedek und will das Programm inhaltlich stärker begleiten: „Mein Herz hängt daran“, sagt Sachau-Böhmert. „Es ist wichtig, Unternehmen, Hochschulen und Schulen miteinander zu vernetzen und Brücken zu bauen.“

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Mit Herzblut und Hirnschmalz

Eine dieser Brückenbauerinnen ist Silke von Lepel. Die Lehrerin für Französisch und Politik am Heilwig Gymnasium wirbt an ihrer Schule nicht etwa für das PGW-Profil (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft), sondern für die Physik: „PGW läuft sowieso, aber bei Physik bestehen viele Ängste, übrigens auch bei Eltern, gerade Müttern.“ In ihrem PGW-Unterricht sitzen viele selbstbewusste Mädchen, die sich beispielsweise auch gegen eine Frauenquote aussprechen. Aber wenn es um die Profilwahl gehe, unterschätzten die Mädchen ihre Fähigkeiten in den von Jungen dominierten Profilen. Umso größer aber die Vorbehalte, umso eher müsse man ansetzen, ist von Lepel überzeugt: „Ich bin total begeistert von dem Projekt.“

Ganz großes Kino

Wenn alles gut läuft, gilt das auch für die neu gestarteten mint:pink-Teilnehmerinnen in ein paar Wochen. Einen Vorgeschmack haben sie schon im KörberForum erhalten. Da präsentierte Filmemacher Florian Driessen seinen Kurzfilm „mint:pink“. In der Hauptrolle 130 Schülerinnen aus dem ersten Programmdurchlauf. Im Fokus Eindrücke aus den Exkursionen, Erwartungen, Erlebnis und Emotion. „Der Film hat uns alle richtig neugierig gemacht“, lobt Lea. Die 14-Jährige sitzt im Kreise ihre Mitschülerinnen, jede hat eine pinkfarbene Tüte mit einem mint:pink-Ordner vor sich ausgebreitet. Und dann fällt wieder dieser Begriff, der richtungsweisend für das Programm, die Mädchenförderung und die Auftaktveranstaltung steht: „Der Film war richtig cool!“

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Mit coolen Erfahrungen einen Schritt voraus, mint:pink - Der Film