Einblick Elektrotechnik

04.12.2015

Am zweiten Tag ihrer Reise zu den Energiewende-Pionieren haben die Physikprofilschüler (S2) vom Gymnasium Grootmoor die Ausbildungswerkstatt der HanseWerk AG mit Leitstelle und Umspannwerk besucht. Was sie vor Ort gebaut, gesehen und gelernt, haben Kilian Mynare und Jan Hoppe für uns notiert.

Digital gewürfelt

Gleich zu Beginn werden wir in zwei große Gruppen geteilt und in die Lötwerkstatt geführt. Nachdem sich jeder einen Arbeitsplatz gesucht hat, wird uns die Aufgabe vorgestellt: Baut einen digitalen Würfel. Kurze Erklärung, ein paar Lötübungen und schon werden die erste Dioden, Widerstände und Transistoren verteilt. Ich selbst hätte nicht gedacht, dass es so einfach von der Hand geht und auch von den anderen Plätzen höre ich Begeisterung. Nachdem alle Teile verbunden sind, bekommt jeder eine Batterie, mit der er die Funktionsweise seines Würfels testen kann. Jetzt stellt sich für alle nur noch die Frage: „Wie funktioniert das denn jetzt eigentlich?“ Deshalb erklärt uns der Ausbilder auf einem sehr hohen Niveau, was in den Teilen passiert, wenn die Knöpfe gedrückt werden.

Die Macht der Mausklicks

Weiter geht es zur Netzwerkstelle, die uns durch große Monitorwände mit unzähligen Daten fasziniert. Hier wird das Stromnetz von Schleswig-Holstein überwacht und auch gesteuert. Hauptsächlich werden hier einzelne Stromleitungen für Reparaturarbeiten abgeschaltet, aber auch bei Unfällen oder Unwetter sind die Mitarbeiter gefordert. Während unseres Aufenthalts sind etwa zehn von ihnen vor Ort, aufgeteilt auf die Netze der verschiedenen Spannungsebenen und jeweils mit etlichen Computer-Bildschirmen bestückt. Von hier aus ist es möglich, ganz Pellworm mit wenigen Mausklicks von der Stromversorgung abzuschneiden. Dieser kleine, unscheinbare Raum ist also für die Stromversorgung von ungefähr drei Millionen Norddeutschen verantwortlich. Dementsprechend gut wird das Gebäude durch Zäune abgeschirmt und noch mit einem eigenen Dieselmotor für den Fall eines Stromausfalls abgesichert: Dann hätte man hier wohl noch einige Stunden Strom, um sich mit dem Notfall zu befassen.

Höchstspannung

Um 14 Uhr ist „Schichtwechsel“ und auch wir wechseln den Ort mit dem anderen Profil. Jetzt heißt es Helm auf den Kopf, Handys auf Wunsch des Guides in die Hosentaschen und die Hände aus Sicherheitsgründen auch: Wir besichtigten eines der hundert Umspannwerke Schleswig-Holsteins, wo die Spannungsebene des Stroms von der Höchstspannung der Freileitungen zur in Ortschaften benötigten Niederspannung umgewandelt wird. Diese Anlagen funktionieren vollautomatisch oder werden gegebenenfalls ferngesteuert aus einer Netzwerkstelle, wie wir sie gerade besichtigt haben. Damit ist unser zweitägiges Programm bis auf einen letzten Punkt abgearbeitet: Eine Informations- und Fragestunde zu den dualen Studiengängen im Unternehmen, etwa dem Bachelor of Engineering, steht noch an. Was folgt: Abschied nehmen, aufbrechen – und die vielen Eindrücke und Informationen verarbeiten.

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