Beflügelt die Hamburger Bildungslandschaft

30.11.2012

Noch liegt die Auszeichnung in den Armen von Schulleiter Detlef Erdmann, aber spätestens zum „Tag der Offenen Tür“ am 12. Januar 2013 wird sie den Eingangsbereich des Gymnasiums Ohmoor zieren: „Hamburger Bildungspreisträger 2012“ ist darauf zu lesen. Das Niendorfer Gymnasium hat sie für ihre Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW in dem Hochschulmodul „Aerodynamik“ erhalten: „Erst berechnen und büffeln, dann bauen“, fasst Laudator Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse den Modulgedanken bei der Preisübergabe zusammen. 

Beflügelt die Hamburger Bildungslandschaft
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Die Erfolgskriterien des Moduls „Aerodynamik“

„Am Ende geht es nicht nur darum, ob der sogenannte Wurfgleiter fliegt. Sondern es wird auch überprüft, ob das Flugzeugmodell den Berechnungen entspricht“, erklärt der Laudator den Gästen im vollbesetzten Kehrwieder Theater. Das entspreche einem wissenschaftlichen Vorgehen und fördere die für den Standort so wichtigen naturwissenschaftlichen und technischen Kompetenzen gleichermaßen. Insgesamt hätten vor allem drei Kriterien überzeugt: Übertragbarkeit, Nachhaltigkeit und die Verankerung im Regelunterricht. „Das Projekt ist auf Dauer angelegt und Schüler und Lehrer engagieren sich gleichermaßen“, lobt der Sparkassenchef.

Schlange stehen an der Abwurfmaschine

Hamburger Abendblatt und Haspa haben den Bildungspreis über 100.000 Euro in vier Kategorien im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Seitdem werden jährlich zehn Bildungseinrichtungen, Kindertagesstätten, Grundschulen, Stadtteilschulen oder Gymnasien, und damit die darin beschäftigten Pädagogen geehrt: „Es geht uns auch um Wertschätzung“, sagt Vogelsang. Das betrifft in der Kategorie Gymnasien nicht nur Physiklehrer Dirk Loy, sondern auch Hochschulprofessor Detlef Schulze: „Das ist eine ganz wunderbare Auszeichnung für das Engagement von Professor Schulze und unsere Hochschule“, sagt Monika Bessenrodt-Weberpals. Die HAW-Vizepräsidentin hat den Fluggleiterwettbewerb im letzten Durchgang besucht: „Das war eine sehr lebendige Veranstaltung. Die Schüler standen Schlange an der Abwurfmaschine, um ihre eigenen Modelle auszuprobieren und alle waren mit Feuereifer bei der Sache.“

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Unorthodox - aber genau berechnet

Überrascht hat die Physikerin, wie unterschiedlich die Lösungen ausfielen und dass die unorthodoxen Modelle sehr gut geflogen sind – eben weil sie sehr genau berechnet waren. „Das Wechselspiel von handlungsorientiertem Unterricht und theoretischer Vertiefung, das unsere Hochschule für Angewandte Wissenschaften auszeichnet, hat sich bewährt“, so Professorin Bessenrodt-Weberpals.

Entscheidend: die Personen

Ganzheitliches Lernen wie es im Buche steht, getragen von ganz engagierten Menschen, wie Ohmoor-Schulleiter Erdmann betont: „Entscheidend sind die Personen. Und da haben sich mit Dirk Loy und Detlef Schulze die richtigen gefunden.“ Bleibt nur noch die Frage, wie man ein Schild ohne Schrauben anbringt. Aber damit hat Leiter der Schule mit dem Physikprofil „Fertig zum Abheben“ schon Erfahrung: „Keine Sorge,das kriegen wir schon fest.“