mint:pink im Ausbildungsstudio des NDR

14.11.2016

Am Ende muss Johannes Hoppe die Mädchen quasi von der Kamera losreißen: „Ihr müsst tatsächlich rüber“, mahnt der Ausbilder. Zu schade, gerade hatte Zoé sich die Kameraführung von Azubi Nils zeigen lassen, Zoom, Scharfstellung, Pumpe: „Um einfach immer auf Augenhöhe mit dem Moderator zu bleiben“, erklärt Nils die Höhenverstellbarkeit der Kamera im XXL-Format. In diesem Fall hat sie sogar zwei Moderatorinnen im Visier: Elena und Hannah haben Hoppes Durchsage lachend überhört, sich auf Aufnahmeposition begeben und die Tagesthemen mit „Gundula Gause und Marietta Slomka“ angekündigt. Die Sendung passt, die Namen der Moderatorinnen tun es nicht, denn die Zehntklässlerinnen vom Lise-Meitner-Gymnasium sind mit mint:pink nicht zu Gast beim ZDF, sondern beim NDR. Sie sollen vor Ort erfahren, wie viel Technik etwa hinter einer Nachrichtensendung steckt.

1001 Möglichkeiten...

Und das ist eine ganze Menge: Allein ein Lichtsteuerpult mit dem schönen Namen „grandMA“ bietet unendliche viele Regler, Touchscreens und Features. Ein wenig mehr Rainbow oder Disco-Effekt? Anfangs reagieren die Mädchen noch ein wenig zögerlich auf die Einladung der angehenden Veranstaltungstechniker Luca und Nils, einfach mal alles auszuprobieren – und kaum ist das Eis gebrochen, ist die nächste Station dran. Da wartet schon Linda, die gerade beim Sender eine Ausbildung zur Mediengestalterin macht und ein Mischpult für bis zu 16 Tonquellen vorstellt. Die Mädchen sollen das Verhältnis aufgenommener Instrumente einer Musikband regeln. „Bläser runter, Bass rauf“, schlägt Hannah vor. „Gib mir den Beat“, ruft Elena, aber Zoé schüttelt den Kopf: „Also, das klingt jetzt voll asymmetrisch!“ 

Auf Augenhöhe mit dem Moderator

... und noch mehr kommunikative Typen

Gerade als die Mädchen den Sound mit ein wenig Hall-Effekt verfeinern möchten, schaltet sich ein anderes Mikro ein und Johannes Hoppe schickt die Gruppe von der Licht- in die Bildregie. Wie dann alle drei Bereiche und Ausbildungsberufe zusammenkommen, erfahren die Mädchen beim Rundgang durch die Studiohallen des NDR. „Es ist mitten in der Woche und niemand arbeitet“, wundert sich Hannah in der Regie des Hamburg Journals. „Die Sendung hat zwei Ausgaben um 18.00 Uhr und um 19.30 Uhr, wir produzieren sehr viel am Nachmittag und in den Abendstunden“, erklärt Till Kraft. Der Aufnahmeleiter ist gerade dabei, die Arbeitsplätze von Bildingenieuren, Beleuchtern und Toningenieuren vor Ort zu erklären, als die Tür aufgeht: „Das ist Regisseur Dirk Sander. Er hat sich freundlicherweise angeboten...“, setzt Kraft an. „Ich habe mich aufgedrängt“, korrigiert dieser und fängt sogleich an, aus seinem Berufsleben zu plaudern.

Keine Chance für Langeweile

Die Mädchen lachen. Sie merken, wie viel Begeisterung, Identifikation und Kommunikationsfreude beim NDR mitschwingt. Als die Organisatoren des ersten mint:pink Projekttages, IT Projektleiterin Gundula Schramm und Ausbildungsleiter Wolfgang Conrad, am Ende wissen wollen, was sie besser machen können, meldet sich Cansel: „Wir haben überall einen Einblick bekommen und man hatte keine Chance, gelangweilt zu werden.“ Dem haben die anderen Schülerinnen nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass man den NDR Imagefilm eigentlich mal aus Sicht der 60 Mitarbeiter, die auf einen Moderator kommen, drehen könnte: „Es gibt so viel hinter der Kamera, was man als Fernsehzuschauer gar nicht sieht“, findet Hannah. Die 15-Jährige möchte unbedingt ein Praktikum beim NDR absolvieren: „Ich will mich aufs Schneiden spezialisieren.“

Auf Augenhöhe mit dem Moderator

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